Zwischen Himmel und Erde

26. August 2010

KOHLBERG/KAPPISHÄUSERN. »Vom Erschrecken zum Vertrauen – den Weg gehen«, war Thema des diesjährigen, mittlerweile 91. Jusi-Treffen der »Apis«, wie sich der evangelische Gemeinschaftsverband Württemberg der Altpietisten abkürzt. Das bezog sich zwar weniger auf den Weg hinauf auf den Jusi als auf den Glaubensweg, aber für viele war der Aufstieg vielleicht doch etwas erschreckend angesichts der lang erscheinenden Strecke – wenn auf halber Höhe die Sonne im Nacken brannte und es nur langsam vorwärtsging.

Doch voller Vertrauen machten alle weiter, welchen Pfad sie auch gewählt hatten: eher schattig durch den Wald aus Kappishäusern oder steiler und sonnig aus Kohlberg. »Es gibt viele Wege«, war weder ein geflügeltes Wort noch mangelnde Ortskenntnis, sondern Tatsache.

»Wenn Kirche nicht mehr Grundfeste der Wahrheit ist, ist es nicht Zeit aus-, sondern aufzutreten«
 
So gabelt sich der Weg an einigen Stellen. »Zur Bergpredigt geht es dort entlang, da oben an den Bäumen ist das Ziel«, war ein gut gemeinter Hinweis, als ein älteres Paar zielsicher auf eine Bank zusteuerte, aber der Weg nach oben rechts abzweigte. Der kleine Christoph, noch mit Schnuller im Mund, ließ sich auf Papas Schultern tragen, während die Mama einen Baby-Bauch mit sich trug.

Sie hatten wohl den weitesten Weg, kommen sie doch aus Alabama – wenn auch nicht direkt, sondern über Pliezhausen, wo sie zu Besuch sind. Andere schraken ebenfalls nicht vor dem teils steinigen Weg zurück, trotz hohen Alters, Krücken oder Kinderwagen. Oben angekommen waren alle zufrieden und entspannt, ließen Gottes Wort und Schöpfung auf sich wirken – vormittags im Gottesdienst, nachmittags bei der Gemeinschaftsfeier mit zwei Ansprachen.

»Die Wahrheit finden« war Thema von Tobias Eißler, der schon als Kind mit seinem Vater Konrad auf den Jusi kletterte und derzeit mit seiner Familie im Frankenland lebt. »Schön wieder hier zu sein«, freute er sich und machte sich mit den Gläubigen auf, die »Wahrheit« zu finden.

Die sei »kein Denksystem, keine abstrakte Weisheit, keine Geheimlehre«, sondern eine Person, nämlich Jesus. »Er sagte 'ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben'«, zitierte Eißler. Wer Jesus und somit die Wahrheit gefunden habe, sei erlöst. Doch dürfe sie nicht wie ein vergessenes Brot verschimmeln, sondern müsse weitergegeben werden. Dann werde sie den Einzelnen, die Gemeinde und die Kirche frei machen. Eißler ging auch auf Kirchenkonflikte und Kirchenaustritte ein. »Wenn die Kirche nicht mehr Grundfeste der Wahrheit ist sondern geradezu als Marktplatz der beliebigen bibelkritischen Meinungen erscheint, dann ist es nicht Zeit, aus der Kirche auszutreten, sondern vielmehr aufzutreten, und zwar als Zeugen der Wahrheit«, forderte er die Anwesenden auf, für ihren Glauben einzutreten.

Noch heute gelte das fünfte Gebot »du sollst nicht töten«, und werde nicht durch Patientenverfügung oder Abtreibungsschein außer Kraft gesetzt. (GEA)
 

Quelle: http://www.gea.de/region+reutlingen/neckar+erms/zwischen+himmel+und+erde.1484868.htm

Sommerreise an die Wörnitz

23. August 2010

Oettingen Im Rahmen der Live-Berichterstattung für die BR-Sommerreise machte am Montagabend ein Filmteam des Bayerischen Fernsehens Station in Oettingen. Zwischen 17.30 und 18.45 Uhr berichteten die Reporter der Abendschau und der Regionalsendung „Schwaben und Altbayern aktuell“ direkt vom Oettinger Marktplatz und aus dem Residenzschloss. Als Interviewpartner erzählte Türmer Gerhard Schmotz über den Jakobsturm, während Christian Zuber als historisch gewandeter Nachtwächter Geschichten und Anekdoten über die Residenzstadt wusste.

Hildegard Obel berichtete als fränkisch-schwäbische „Grenzgängerin“ über das Verhältnis zum nahen Frankenland und Werner Paa informierte, wie man den Riesmeteoritenkrater am besten erkunden kann. Bereits im Vorfeld abgedrehte Einspielfilme führten in das Wörnitzfreibad, erklärten die Entstehung des Rieses im Geopark-Infozentrum im Rathaus und zeigten das Ries aus der Storchenperspektive vom Jakobsturm.

Wer die Stadt Oettingen näher kennenlernen will, hat dazu bereits am Donnerstag, 12. August, um 21 Uhr die nächste Gelegenheit. Dann führt Nachtwächter Zuber alle Interessierten durch die Stadt und erzählt den Besuchern allerlei Wahres und Geschwätz aus der reichen Geschichte der Stadt. Treffpunkt ist am Rathaus. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Und wer mit den Oettingern feiern will, ist herzlich eingeladen, am Samstag beim Stadtteilfest „Summer in the City“ vorbei zu schauen (RN berichteten). Ein reiches Programm für Groß und Klein mit Sommershopping, Stadtlauf, Livemusik und kulinarischen Genüssen sorgt für ausgelassene Stimmung auf dem Marktplatz ab 14 Uhr. (pm)

Die Beiträge über Oettingen sind die ganze Woche im Internet unter www.br-online.de/bayerisches-fernsehen abrufbar unter den Suchworten „Oettingen Sommerreise“.

Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Noerdlingen/Lokalnachrichten/Artikel,-Sommerreise-an-die-Woernitz-_arid,2216456_regid,2_puid,2_pageid,4504.html

Fortsetzung in Aindling ist erwünscht

18. August 2010

Die einen rieben sich verwundert die Augen. Andere dachten an einen Übermittlungsfehler, als sie im Internet oder per Videotext am Samstag vom 5:0-Sieg des TSV Aindling in Bamberg erfuhren. „Uns hat das gut getan“, kommentierte Präsident Horst Geier das ungewöhnliche Ergebnis. In diesem Stil kann es ruhig weitergehen, heute etwa im Heimspiel um 18.30 Uhr gegen die SpVgg Unterhaching 2.

Bei allem Respekt vor der Aindlinger Leistung: Aber so leicht wie am Samstag wird einem das Toreschießen nur ganz selten gemacht. Trainer Manfred Paula ist davon überzeugt, dass seine Truppe diesmal auf entschieden stärkere Gegenwehr treffen wird: „Das ist eine andere Preisklasse als Bamberg am Samstag. Die sind sehr spielstark.“

Die Reserve des Drittligisten ist mit vielen jungen Kickern besetzt, doch das sollte zu keinen falschen Schlüssen führen. Paula rechnet damit, dass „drei, vier Spieler von oben kommen“, weil das Team eins nicht im Einsatz ist: „Wenn die Spieler von oben kriegen, dann können sie ganz oben mitspielen.“ Am Sonntag informierte er sich in Unterhaching beim 1:1 gegen Schalding-Heining.

Sergej Scheifel verletzte sich am Samstag kurz vor Schluss, als er gefoult wurde. Sein Einsatz ist noch ungewiss. Alexander Benede hat noch Probleme im Oberschenkel und Manuel Hornung musste am Montag das Training abbrechen und sich aufgrund von Rückenbeschwerden in medizinische Behandlung begeben.

Befindet sich der TSV Aindling noch auf Stürmersuche oder wurde dieses Thema zu den Akten gelegt? „Zunächst gehen wir auf Stürmersuche in den eigenen Reihen. Wir hoffen, dass die drei Jungen in die Bresche springen“, erläutert Manfred Paula die Überlegungen. Michael Dietl hat in Bamberg bereits gute Ansätze gezeigt. Simon Knauer und Werner Meyer heißen die anderen beiden Kandidaten. Wobei Paula ergänzt: „Der Meyer braucht noch Zeit, bis er da hineinwachsen wird.“ Dass Christian Doll drei Spiele lang nicht getroffen hat, hat der Coach zwar registriert, beunruhigen kann ihn diese Flaute nicht: „Solang Mittelfeldspieler in die Bresche springen. Samstag hat der Doll ein bisschen Pech gehabt.“

Mario Schmidt zählte im Frankenland mal wieder zu den Besten, in dieser Kategorie durfte man auch Phillip Eweka erwähnen. „Das überrascht mich überhaupt nicht“, fährt Paula fort, „weil ich seine technischen und spielerischen Fähigkeiten schon lange kenne. Wenn er auf dem Niveau spielt, dann ist er ein hervorragender Bayernligaspieler.“ Diverse Verletzungen hatten Eweka immer wieder zurückgeworfen.

Quelle:http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Aichach/Lokalsport/Artikel,-Fortsetzung-in-Aindling-ist-erwuenscht-_arid,2216698_regid,2_puid,2_pageid,9094.html

Schwitzen im Frankenland

14. August 2010

Landesligist Sterkrade 06/07 ist wohlbehalten aus dem Trainingslager zurückgekehrt. Die Tackenberger waren für drei Nächte im fränkischen Wassertrüdingen und brachten sich dort in Schuss.

Trainer Jens Szopinski stellte den Kontakt ins Frankenland her, da er selbst dort vier Jahre lang wohnte und über seinen ehemalige Klub ein vergünstigtes Hotel bekam.

So scheuchte er seine Jungs (bis auf die Urlauber Daniel Teresiak und Marc Bechtel waren alle mit dabei) in insgesamt sieben Einheiten über die Wiese. Auf der großzügigen Platzanlage mit drei Naturrasenfeldern (Szopinski: „Sensationell. Der schlechteste Platz war noch besser als der Rasen im Stadion Niederrhein.“) fanden die „Blauen“ allerbeste Bedingungen vor. „Die Jungs haben alle zu 100 Prozent mitgezogen und sich wirklich richtig ins Zeug gelegt“, lobte der Trainer das Engagement seiner Spieler. Die durften sich auch noch auf einem kleinen Turnier austoben, bevor es Sonntag wieder gen Heimat ging.

„Zur Belohnung habe ich meiner Mannschaft jetzt mal zwei freie Tage verordnet“, so „Schuppi“. Ab Mittwoch wird wieder trainiert, und zwar an der Erlenstraße, weil der Dicke Stein bekanntlich umgebaut wird.

quelle: http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/oberhausen/Schwitzen-im-Frankenland-id3392464.html

Das „Grüne Band“: Juwel der Natur und Mahnmal der Geschichte

11. August 2010

20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs können Besucher des Naturparks Frankenwald das länderübergreifende Grüne Band entdecken
40 Jahre stand hier die Zeit still. Wo sich einst zwei politische Machtsysteme gegenüber standen und Stacheldraht Familien trennte, hat sich ein Stück Natur seine Freiheit immer bewahrt. Im Grenzstreifen und grenznahen Bereich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze entwickelte sich über Jahrzehnte der Unberührtheit eine 1.393 Kilometer lange Kette aus zum Teil wertvollen Biotopen: das so genannte „Grüne Band“. Ab 2009 und damit zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs können Besucher des Frankenwaldes und der benachbarten Naturparke Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge das besondere Naturgebiet und die Denkmäler der deutsch-deutschen Geschichte neu entdecken.

Die Natur ist ein Freigeist
Natur lässt sich nicht beherrschen: Dort, wo einst der Eiserne Vorhang die beiden Teile Deutschlands über knapp 1.400 Kilometer mit Mauern, Zäunen und Stacheldraht trennte, entstand der längste Biotopverbund Deutschlands, der sich vom Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien bis zur Ostsee zieht. Bis heute ist das Naturgebiet ein Refugium für über 600 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Im fränkisch-thüringischen Abschnitt des Grünen Bandes sind insbesondere Heidelerchen, Schwarzstörche und der Uhu zu finden; auf freigelegten Schieferflächen haben es sich seltene Flechten, Pilze und Insekten heimisch gemacht. Kartierungen halfen, die Lebensräume der seltenen Tierarten ausfindig zu machen, um so eine für Flora und Fauna störungsfreie touristische Entwicklung gewährleisten zu können.

Wanderbare Geschichte
Entlang der nordöstlichen Grenze des Frankenwaldes ist die deutsch-deutsche Geschichte auf Schritt und Tritt spürbar: Wachtürme und Mauerreste sind bis heute mahnende Denkmäler. Für 2009 haben die Naturparke Frankenwald, Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge-Obere Saale rund ein Dutzend länderübergreifende und naturverträglich ausgewählte Wander- und Radrouten entwickelt, auf denen Besucher das Geschichts- und Naturerlebnis Grünes Band entdecken können. Wer möchte, kann sich auf den Touren durch Natur- und Landschaftsführer begleiten und sich die Attraktionen entlang der Strecke nahe bringen lassen. Für Naturliebhaber, die den Raum lieber auf eigene Faust erkunden, stehen vielfältige Informationsangebote zur Verfügung, wie Tourenbooklets und Audioguides mit Tondokumenten. Informationen können sogar auf den eigenen MP3-Player geladen werden, und das Handy ist als digitaler Reiseführer zu nutzen. „Wir arbeiten intensiv mit Zeitzeugen zusammen, die vielfach emotional berührend erzählen“, verrät Stefan Fredlmeier, Geschäftsführer von Frankenwald Tourismus in Kronach. So erfahren Gäste, dass in Mödlareuth, auch „Little Berlin“ genannt, selbst Grüßen und Winken über die Mauer verboten war. 41 Jahre führte mitten durch das 50-Einwohner-Dorf eine 3,40 Meter hohe Grenzmauer, die nicht nur den Ort, sondern auch Familien trennte. Heute bekommen Gäste des Deutsch-Deutschen Museums einen kleinen Eindruck davon, was ein Leben so nah am Eisernen Vorhang bedeutete.

 

 

 

 

 

 

 

Darüber hinaus können Besucher auf speziell entwickelten Erlebnisrouten die Besonderheiten der Region mit dem Grünen Band verknüpfen. Inhalte sind unter anderem der Schiefer, der in vielerlei Hinsicht die Landschaft und Architektur von jeher prägte. Ein Highlight ab dem Frühling sind die Wasserwanderungen auf den Grenzflüssen Saale und Selbitz, die es Besuchern ermöglichen, das Grenzerlebnis aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.

 

Eigene Brücken bauen – Urlaub über Grenzen hinweg
Selbst anpacken, heißt es in internationalen Work Camps, bei denen die Pflege der Landschaft im Vordergrund steht. In Erlebniscamps wiederum können Kinder mit Seil- und Holzstegen Brücken über die Grenzbäche bauen. Das Frankenwald Tourismus Service Center und der Regionalverbund Thüringer Wald arbeiten gemeinsam mit 120 Partnern aus Thüringen und Franken buchbare Angebote aus, die alle grenzübergreifend gestaltet sind. Sie richten sich an Familien, Natur- und Geschichtsliebhaber sowie an Menschen, die selbst gerne einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Grünen Bandes leisten wollen. Auch regionale Besonderheiten werden mit einbezogen, wie das Burgfest in Lichtenberg, Museumstage in Sonneberg oder kulinarische Schmankerl aus der fränkischen und thüringischen Küche. Ziel ist ein naturverträglicher Tourismus, der wiederum dem Schutz des Grünen Bandes dient.

Hintergrund Grünes Band
Die naturverträglichen touristischen Angebote sind während eines dreijährigen Projektes „Erlebnis Grünes Band“ entstanden, das vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Dabei sind die Naturparke Frankenwald, Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge-Obere Saale gemeinsam eines von drei länderübergreifenden Modellgebieten dieses Bundesprojektes. Ziel sind der Schutz des Grünen Bandes im thüringisch-fränkischen Raum und dessen naturverträgliche touristische Entwicklung. Besucher sind somit auch Teil eines Entwicklungsprojektes, das für die Natur und Geschichte von großer Bedeutung ist. Die konkrete Idee vom Grünen Band entstand übrigens bereits 1989 bei einem Treffen von fränkischen und ostdeutschen Naturschützern in Hof an der Saale.

Quelle: http://www.frankentourismus.de/natur/naturparke/frankenwald/

Lichtenberg feiert!

27. Juli 2010

Das Jahr 2010 bietet allen Mittelalterfreunden gleich zwei Gründe zum Feiern: Zum Einen ist die Sanierung der Lichtenberger Burgruine, eine der malerischsten ihrer Art im nördlichen Oberfranken, abgeschlossen; und zum Anderen feiert das Lichtenberger Burgfest sein zehnjähriges Jubliäum. Klein und bescheiden waren die Anfänge im Jahr 2000, als sich eine Handvoll Lichtenberger Bürgerinnen und Bürger zusammenschlossen, um im Schatten des Burgturmes ein erstes Mittelalterfest zu feiern. Sinn und Zweck war es, Geld für die Erhaltung der Burgruine zu erwirtschaften, deren Grundmauern aus dem 10. Jahrhundert stammen. Möglichst mittelalterlich, möglichst authentisch sollte es zugehen, ohne Kommerz, dafür aber gewandet und mit viel Spaß an der Freud. Der überwältigende Erfolg hat dann alle überrascht. Von Jahr zu Jahr wurde das Burgfest umfangreicher, schloss bald die Lichtenberger Altstadt mit ein und erwarb sich einen Ruf in ganz Deutschland. Inzwischen kommen die Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet; sogar ein Australier und ein Nigerianer haben ihren Weg hierher, in das wildromantische Lichtenberg gefunden. Auch wenn das Lichtenberger Burgfest inzwischen deutschlandweit vom bayerischen Tourismusverband vermarktet wird, hat es sich doch seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. So Holger Knüppel, Vorsitzender des Vereins der Burgfreunde: Weiterlesen »

Stadtschloss Lichtenfels

23. Juli 2010

Das Lichtenfelser Stadtschloss thront in exponierter Lage über den Dächern der Altstadt und wurde 1555 von Caspar von Sternberg gegen den Widerstand der Bevölkerung gebaut.

Diese sahen darin nämlich eine "Trutzburg" und wandten sich mit ihren Ängsten an den Bamberger Fürstbischof. Der unterstützte zwar das Bürgerbegehren, doch hatte der Neubau bereits eine stattliche Größe erreicht. So kam es schließlich zur Legalisierung des Schwarzbaus. Im Gegenzug musste von Sternberg dafür versichern, das neue Schloss nicht zu befestigen.

Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Je nach Besitzer wurde es als Adelssitz und fürstbischöfliches Absteige-quartier, dann als Getreidespeicher, als Lager eines Weinhändlers, als Trockenraum für Kräuter und zuletzt als Materiallager für eine Korbwaren-Gesellschaft genutzt.

 

1970 wurde das Stadtschloss von der Stadt Lichtenfels erworben und 1991 nach über 15-jähriger Bau- und Restaurierungszeit wiedereröffnet. Es steht heute als Beispiel eines außerordentlich qualitätsvoll instandgesetzten Baudenkmals. Das Lichtenfelser Stadtschloss wird für Tagungen, Seminare, kulturelle und gastronomische Zwecke genutzt und ist aus dem gesellschaftlichen Leben der Deutschen Korbstadt nicht mehr wegzudenken.

Adresse

Stadtknechtsgasse 5
96215 Lichtenfels 

Kontakt

Stadt Lichtenfels
Tourismus- und Kulturamt
Marktplatz 10
96215 Lichtenfels
Tel. 09571/795-102 oder -105
Fax: 09571/795-194

 

Quelle: http://www.lichtenfels-city.de/index.php?id=0,122

Mittelalterliche Ruinen in Bad Berneck

20. Juli 2010

Ruine Burg Wallenrode in Bad Berneck

Auf dem heutigen Schlossberg wurde um 1150 die Walpoten-Burg errichtet, deren Gesamtanlage noch heute deutlich zu erkennen ist. Um den Steilhang im Süden führten zwei Wallgräben, die Mitte des 19. Jahrhunderts aufgefüllt, mit Flieder umpflanzt und in Terrassenwege verwandelt wurden.

Ruine Burg Hohenberneck in Bad Berneck

1478 erhielt der Amtmann Veit von Wallenrode den Auftrag, für den Markgraf Albrecht eine wohnliche Burg auf dem Bergrücken zu errichten, wo einst eine Vorburg die Walpoten-Burg vom Norden her schützen sollte. Sie erhielt zunächst den Namen Neu-Wallenrode.

Die Töchter Veits verkauften den noch unfertigen Bau 1495 an Albrecht von Wirsberg. Dieser vollendete die Arbeiten und übergab die Burg, die nun Hohenberneck hieß, 1501 an den Markgraf Friedrich IV. Bereits 50 Jahre später begann der Zerfall der eigentlich sehr wehrhaften Burg.

Ruine Burgkapelle in Bad Berneck

1480 legte Veit von Wallenrode unterhalb seiner im Bau befindlichen Burg den Grundstein zu einer Marienkapelle. Mit der Errichtung der Burgkapelle löste er ein Gelübde ein, das er bei seinem zweimaligen Besuch der heiligen Stätte in Jerusalem abgelegt hatte.

Dieses Gelübde beinhaltete auch die Anlegung einer Via Dolorosa, eines Kreuzweges mit den Leidensstationen Jesu Christi. Dieser Verpflichtung kam er im Jahr 1485 nach. Er schritt von der Kapelle ausgehend genau die Strecke durch die Stadt ab, die er in Jerusalem vom Richthaus bis nach Golgatha gemessen hatte.

Danach ließ er jeweils an drei Stationen Säulen errichten, die erste davon vor dem Eingang ins Rimlastal. Von sämtlichen Stationen sind heute noch einige Bildtafeln erhalten. Diese sind zu sehen beim ehemaligen Gasthauses "Riedelbauch" am Kirchenring, beim Haus im "Münchsgässchen", beim ehemaligen "Hotel Bube" und beim Gasthaus "Kutscherstuben".

Burgkapelle Stein

Die Ortschaft Stein liegt nördlich von Bad Berneck am Rande des Fichtelgebirges, auf halber Höhe oberhalb der gleichnamigen Burganlage. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf das Tal der Ölschnitz, das zu den reizvollsten Landschaften Oberfrankens zählt. Wer möchte da vermuten, dass dieses friedliche, romantische Tal dereinst Brennpunkt bedeutender politischer Ereignisse war?

Älteste Felsenburg

Die Geschichte Steins beginnt mit der Burg. Sie ist die älteste nachweisbare Felsenburg des Fichtelgebirges. Stein wurde erstmals 1028 / 40 urkundlich erwähnt. Damals wurden tria loca (drei Ortschaften, oder auch Teile davon) der Bamberger Kirche geschenkt. Zusammen mit Trebgast und Kulmbach vermachte der Walpote Reginold I diese Besitzungen der Kirche. 1100 benennt sich Poppo albus de Steine und Schorgast nach Stein (1128); er gehörte einem edelfreien Geschlecht an, dessen Ansitz die Felsenburg Stein war.

 Die Hirschberger

Im Laufe der weiteren Jahrzehnte verfiel die Burg immer mehr. Am 13. Mai 1342 wurde Bischof Leupold von Bamberg von den Hirschbergern zum Lehensherren bestellt. Dies bedeutete, dass der Lehensmann (=Vasall), in diesem Fall die Hirschberger, die Besitzungen zu meist erblichem Besitz erhielt und dafür Gegenleistungen in Form von z. B. Kriegs- und Hofdienst erbringen musste.

Aus dieser Urkunde ist zu schließen, dass Burg Stein vorher durch die Brüder Friedrich und Heilmann von Hirschberg mit Erlaubnis des Bischofs wieder aufgebaut wurde. Der Wiederaufbau der Burg hatte vor allem politische Bedeutung und sollte den Expansionsgelüsten der Burggrafen von Nürnberg, die 1338 / 41 das südlich angrenzende Berneck erworben hatten, Einhalt gebieten.

Die Hirschberger waren jedoch nicht lange Besitzer von Stein. Bereits am 24. 6. 1363 wurde der Besitz an Rüdiger von Sparneck verkauft. Die Gründe dieses Verkaufs sind nicht genau bekannt, aber bereits vorher wurde Schamlesberg und ihre Anteile an Metzlersreuth und Heinersreuth dem Burggrafen von Nürnberg verkauft. Der Verkauf von Stein wird etwas verständlicher, wenn man weiß, dass die Hirschberger zur gleichen Zeit (1361) die Burg in Grünstein neu errichteten und hierfür den Erlös von Stein sicher gut gebrauchen konnten. Außerdem hatten die Hirschberger und die Sparnecker in Getto de Waltstein einen gemeinsamen Urahn. Dieses Geschlecht kam etwa um 1150 ins Land und erbaute sich auf dem Kamme des Fichtelgebirges eine Feste.
Die Sparnecker


Teil der Sparnecker Öffnungsurkunde

Nach dem Verkauf erlebte Stein eine Blüte. Hans von Sparneck ließ die Burg erweitern und eine Kapelle erbauen. 1377 erfolgte die Weihung der Kapelle auf den Namen St. Michael. Noch heute ist am nordöstlichen Rand der Burganlage die Ruine zu sehen. Stein wurde ein Rittergut.

Am 1. Februar 1387 wurde die Burg dem Burggrafen von Nürnberg "geöffnet", was bedeutete, dass dieser das Recht hatte, die Burg Stein für seine Zwecke zu nutzen. Diese Öffnung war für die späteren Schicksale Steins von ausschlaggebender Bedeutung und ist gleichzeitig ein Markstein in der territorialen Entwicklung dieses Gebietes. Drei Generationen (ca. 100 Jahre) später sollte Stein durch Fritz von Sparneck zum Zankapfel zwischen dem Bischof von Bamberg und den Burggrafen von Nürnberg einerseits und den Herzögen von Bayern andererseits werden. Bis 1495 wechselten sich häufig die Besitzverhältnisse: Herzog Otto von Bayern beschuldigte Fritz von Sparneck der Beteiligung bzw. Unterstützung einer Fehde des Karl von Schaumberg gegen den Bayernherzog.

 

Stein löst einen Krieg aus?

Fritz von Sparneck, der Besitzer der einen Hälfte der Burg Stein, hatte sich an einer Fehde gegen den Bayernherzog Otto beteiligt oder Beihilfe geleistet. Daraufhin nahm der Herzog Stein ein und setzte Fritz von Sparneck gefangen. Um wieder freizukommen, musste Fritz von Sparneck gefangen. Um wieder freizukommen, musste Fritz von Sparneck seinen Anteil dem Herzog verkaufen, der andere Mitbesitzer (Georg von Sparneck) aber seinen Anteil an Stein für 1500 Gulden verpfänden. Herzog Otto von Bayern hatte wahrscheinlich die Absicht Stein zu behalten. Damit wurden aber bischöfliche und markgräfliche Anrechte gefährdet und zwar das Lehensrecht des Bistums und das Öffnungsrecht der Burg von Seiten des Markgrafen. Der Markgraf rechnete sogar mit dem Ausbruch eines Krieges, als er die Burg Neuwallenrode hinsichtlich ihrer Verteidigungsfähigkeit überprüfen ließ.

Nach langen Verhandlungen gelang es dem Markgrafen zunächst den Anteil des Georg von Sparneck vom Bayernherzog zurückzuerwerben. Am 12. Januar 1495 verkauft schließlich Herzog Otto von Bayern auch den einstigen Halbteil des Fritz von Sparneck an die Markgrafen von Brandenburg um 3000 Gulden.

 

Keine Raubritter in Stein!
Im Hintergrund dieser kurzen, aber turbulenten Zeitspanne drängt sich die Frage auf, inwieweit in Stein Raubritter waren. Obwohl Fritz von Sparneck als streitsüchtig galt und sich gerade in dieser Zeit in permanenter Geldnot befand, ist in keiner der anerkannten Quellen ein Hinweis darüber zu finden. Damit sind die Geschichten, die Ritter hätten von einem der angeblich sehr hohen Burgtürme die in der Nähe verlaufende alte Handelsstraße beobachtete und dann die Reisenen ausgeraubt, der Dichtung zuzuordnen.

Bei Durchsicht der überlieferten Unterlagen kommt man eher zu der Vermutung, die Familie der Sparnecker müßten sehr christlich gewesen sein, denn neben der Errichtung der Kapelle St. Michael in Stein stiftete dieses Geschlecht durch Friedrich von Sparneck zwischen 1475 und 1478 ein kleines Karmelitenkloster in Sparneck.

 Der goldene AbendmahlskelchAls einziges noch vorhandenes Inventar gibt der goldene Abendmahlskelch unserer Burgkapelle noch Zeugnis von der Herrschaft derer von Sparneck. Der Kelch stammt aus einer Nürnberger Goldschmiedewerkstatt und wurde um 1480 hergestellt. Er ist noch heute zu kirchlichen Anlässen in Gebrauch und trägt am Fuße das Sparnecker Wappen.

Quelle: http://bad-berneck.de/sehenswuerdigkeiten/mittelalterliche-ruinen/

Verborgenen Reizen in Stadt und Land auf der Spur

06. Juni 2010

Licht und Schatten sind die Kontrastmittel des Alltags. Wobei Licht mehr dem Geschmack der Masse entspricht. Ein Lichtblick ist im schönen Frankenland gemeinhin die Kärwa. Weshalb es leicht verwundert, dass eine Landkreis-Postille fröhlich verkündet: »Die Kärwa Oberasbach wirft ihre Schatten voraus«. Zu den Schattenspendern gehört neben dem Kärwabaum ein spannendes Programm mit Höhepunkten wie der Gaudilauf. Weiterlesen »

Frühgeschichte und Antike

04. Mai 2010

In der frühen Bronzezeit war die Region vermutlich nur relativ dünn besiedelt, da wenige Edelmetalle vorkommen und die Böden nur mäßig fruchtbar sind. Allerdings begann in der späten Bronzezeit eine Kriegerelite der sogenannten Urnenfelder-Kultur (1200-800 v. Chr.) sich auf Bergkuppen wie der Ehrenbürg, dem Hesselberg oder dem Marienberg über Würzburg niederzulassen. Eine besonders große Anlage dieser Zeit befand sich auf der Heunischenburg bei Kronach in Oberfranken. Weiterlesen »